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Als aktiver Sportler oder auch als oft von Muskelschmerzen geplagter Büroathlet steht man irgendwann vor der Frage: Kann ich mich eigentlich auch selbst tapen? Die Antwort darauf fällt relativ kurz aus. Im Wesentlichen ja. Allerdings sollten ein paar wichtige Aspekte Berücksichtigung finden.

Wenn es darum geht, selbst Kinesiotapes am eigenen Körper anzulegen, stößt man bei der Handhabung der Rollen schnell an Grenzen. Das Anpassen der richtigen Länge gestaltet sich zum Beispiel im Schulterbereich etwas schwieriger, weil zum Anlegen eigentlich die zweite Hand fehlt. Dazu kommen das Runden der Ecken und wie zum Beispiel bei Lymph-Tapes zeitaufwändige Einschnitte der Längsseite.
Da bieten sich Precut-Tapes herrlich an. Man erhält sie in diversen Längen vorgeschnitten, als I- Y- und X- Streifen und sogar in verschiedenen Sonderformen. Zuschneiden entfällt komplett und man kann die Streifen schnell aufbringen. Selbst die Ecken sind passend gerundet. Das sind ideale Voraussetzungen, sich Kinesiotapes selbst anzulegen.

Dennoch sollte folgende Hinweise  beim selber tapen beachtet werden.
Vor dem Anlegen sollten die zu behandelnden Körperregionen gründlich gereinigt, trocken und fettfrei sein. Je weniger Haare vorhanden sind, desto besser ist die Haltbarkeit der Pflasterstreifen. Auf offene Wunden wird nicht geklebt. Vor dem Anlegen sollten der Verlauf des Tapes und die Stärke des Zuges klar sein. Bestenfalls lässt man sich die Tapeanlage vom Fachmann zeigen bzw. erklären. Je genauer der Pflasterstreifen aufgebracht wird, desto besser ist die Wirkung. Zwischen dem Aufbringen des Tapes und einer sportlichen Belastung sollten mindestens 30 Minuten liegen. Durch die Hautwärme wird und relative Ruhe wird die Haftung verbessert. Das macht das Tape später unempfindlicher gegen Schweiß.

Bei einigen Anlagen wird gegebenenfalls die Hilfe eines Partners benötigt.
Nach der Anlage des Tapes ohne Dehnung mit der flachen Hand mehrmals im Verlauf darüberstreichen. Die Haltbarkeit wird dadurch erhöht. Das Tape sollte nach relativ kurzer Zeit eine Minimalwirkung zeigen. Wenn sich ein Beschwerdebild verstärken sollte, ist das Tape zu entfernen. Entsprechend sollte in diesen Fällen ein Arzt konsultiert werden. Wenn ein unangenehmes Grundgefühl, Juckreiz oder Hautausschlag auftreten, ist das Tape zu ebenfalls entfernen.
Bei länger anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerdebildern ist es in jedem Fall besser, einem Arzt vorstellig zu werden.

Abschließend möchte ich zum Thema selber tapen folgendes bemerken. Tapeverbände mit Kinesiotape helfen die zum Teil heftigen und hartnäckigen Muskelverspannungen zu lösen und positiv zu beeinflussen. Die Eigentherapie sollte nur als Einstieg in die Therapie dienen und kurzfristig Mittel zum Zweck sein. Auf lange Sicht ist ein umfassendes und ausgewogenes Muskeltraining immer die bessere Wahl.

In diesem Sinne – erst kleben, dann bewegen.